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OTTO SCHMALZ

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1904:    Geburt in Halberstadt (D)

1937:    wird Mitglied in der NSDAP 

1940:    Versetzung nach Luxemburg und Beginn seiner Arbeit als „Judensachbearbeiter“

11.1941:    Begleitung der „Auswanderungs“-Transporte in den Westen nach Portugal

1941:    wird in Berlin von Adolf Eichmann auf die ersten Deportationen von Juden in die Ghettos vorbereitet

1943:    wird nach dem letzten „Judentransport“ in den Osten mit anderen Aufgaben betraut

09.1944:    Flucht nach Deutschland

05.1945:    Festnahme in Windischgarsten (AUT)

05.1947:    wird zurück nach Luxemburg gebracht und angeklagt

07.1947:    Anklage wird aus Mangel an Beweisen fallen gelassen, wird nach Deutschland abgeschoben

01.1950:    Aussage in Luxemburg bei Nachkriegsprozessen als Zeuge
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Ich war tagelang Gewissenskonflikten ausgesetzt und mir wurde nicht klar, ob meine Hilfsbereitschaft nicht mit meinem Beamteneid als deutscher Staats-Angehöriger in Einklang zu bringen war.
Verhörprotokoll von Otto Schmalz, 1947.

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Ich muss sagen, Schmalz war ein anständiger Kerl, am Anfang natürlich abweisend und streng. Ich musste jeden Tag zur Gestapo gehen und habe die Befehle der Zivilverwaltung übermittelt bekommen, wie zum Beispiel die Einsammlung von Silbergeschirr. Im Laufe der Zeit hat sich zwar keine Freundschaft, jedoch eine gewisse Bekanntschaft entwickelt. 
Aussage von Alfred Oppenheimer, 1990.

Otto Schmalz ist Mitarbeiter bei der Staatspolizeistelle in Trier und kommt nach der Besetzung Luxemburgs ins Land. Im Hauptquartier der Gestapo, der Villa Pauly, arbeitet er zusammen mit seinem Vorgesetzten Paul Schmidt und später allein an der Erfassung und der erzwungenen „Auswanderung“ der Juden Luxemburgs in Richtung Westen. Ab Ende April 1941 reist er mehrmals nach Berlin zu Adolf Eichmann ins Reichssicherheitshauptamt, der Zentrale der Unterdrückung im NS-Staat. Eichmann koordiniert die Deportationen und spätere Ermordung der Juden aus ganz Europa. Schmalz wird mit anderen sogenannten „Judenreferenten“ von Eichmann auf die „Endlösung der Judenfrage“ d.h. die Ermordung der europäischen Juden vorbereitet. In Luxemburg organisiert er die Deportationen der Juden in die Ghettos und Vernichtungslager. Schmalz stellt die Listen der zu deportierenden Juden zusammen und begleitet einige Transporte. Er soll sich den Juden gegenüber jedoch stets „anständig“ benommen haben. Einige streicht er temporär von den Deportationslisten. Anzeigen gegen Juden werden regelmäßig verweigert oder ignoriert. Während den Deportationen erfüllt er seinen Opfern kleine Gefallen, wie z.B. die Zustellung von letzten Briefen. Nach dem Krieg kommt Schmalz in alliierte Kriegsgefangenschaft und wird 1947 an Luxemburg ausgeliefert. Hier soll ihm der Prozess gemacht werden. Die Anklage wird jedoch aus Mangel an Beweisen fallen gelassen, u. a. weil einige seiner früheren Opfer für ihn aussagen. 
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„Abfertigung“ von Juden am Hauptbahnhof von Luxemburg-Stadt, 1942/1943
Es wurde gesagt, es müssten Leute sein bis 45 Jahre u. sie müssten gesund sein. Es war dies im Jahre 1941. […] Es war mir freigestellt, wie wir die J[uden] sammeln sollten. Es war mir vorgeschrieben, wieviel Geld sie mitnehmen konnten u. wie viel Sachen sie tragen konnten. […] Es wurde immer von Berlin die Zahl bestimmt.
Aussage von Otto Schmalz, (Emanzipation und Antisemitismus), S. 458.
Liste mit Personen, die mit dem ersten Deportationszug Luxemburg verlassen, Luxemburg-Stadt, Oktober 1941. 
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